Wallfahrt nach Haindorf und Zittau

Am 22. September 2018 begaben sich über 40 Gemeindemitglieder von St. Hubertus auf Wallfahrt nach Haindorf/ Heijnice und Zittau. Das ist nun schon eine schöne Tradition. Einige waren schon vor 11 Jahren mit Pfarrer Metzner in Haindorf.

Haindorf ist ein alter Gnadenort. Die Legende erzählt von einem Siebmacher, der sich nach anstrengendem Tagewerk unter einer Linde auszuruhen pflegte. Einmal träumte er, dass in den lichtdurchfluteten Ästen der Linde Engel sitzen, und einer sagte ihm, er solle eine Marienstatue an der Linde anbringen, damit die Menschen dort verweilen und beten. Er machte sich auf und ging nach Zittau, um eine geschnitzte Madonna zu erwerben. Leider reichte sein Geld nicht, aber als die Frau des Schnitzers sein trauriges Gesicht sah, bot sie ihm eine etwas missratene Marienfigur an. Sie sei nicht schön, aber die könne er haben. Er brachte sie an der Linde an, betete mit seiner kranken Frau und dem kranken Kind an diesem Ort, und beide wurden gesund. Die Kunde von dieser Heilung verbreitete sich, die Leute kamen zur Linde in ständig wachsender Zahl.

1211 wurde eine hölzerne Kapelle gebaut, 1252 eine steinerne. Immer wieder musste angebaut werden, 1691 kamen Franziskaner nach Haindorf, ein Kloster wurde gebaut. Auch die Kirche bekam einen barocken Neubau. Geweiht wurde sie am Vorabend des Festes Mariä Heimsuchung, am 1. Juli 1725, daher das Patrozinium. Hier feierten wir Hl. Messe.

1990 waren Kirche und Kloster Ruinen. Dem unermüdlichen Einsatz von Milos Raban (1948-2011) gelang es mit Gottes Hilfe und Unterstützung aus Brüssel, aber auch aus Sachsen, besonders durch Stanislaw Tillich, Kirche und Klostergebäude zu sanieren. 2001 wurde der Komplex als „Internationales Zentrum der geistlichen Erneuerung“ eröffnet.

Der Nachmittag gehörte der Kirche „Mariä Heimsuchung“ in Zittau und dem Wiedersehen mit Pfarrer Cech. Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert hatte wieder vermehrt Katholiken nach Sachsen gebracht. In der Zittauer Lessingstraße baute man als erstes die Schule, Kirche und Pfarrhaus folgten später. 1890 wurde die Kirche geweiht. Das Domkapitel in Bautzen hatte auf eine Domherrenstelle verzichtet und das eingesparte Geld für den Kirchenneubau zur Verfügung gestellt. Die Umgestaltung des Innenraumes nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil  gelang beispielhaft harmonisch. Die ersten beiden Bankreihen wurden in die Seitenschiffe gestellt, die Seitenaltäre bilden nun den neuen Zelebrationsaltar, der dadurch mit dem Hauptaltar korrespondiert. Der Altarraum ist gekennzeichnet durch ein großzügiges Podest. Er verbindet sich mit dem Kirchenschiff und ist doch herausgehoben. Die farbigen Kirchenfenster aus dem 19. Jahrhundert sind erhalten.  Der ganze Raum hat mildes Licht und angenehme Proportionen, ein Raum, in dem man sich wohl fühlt. Mit einer Andacht über das Geheimnis der Begegnung Marias mit Elisabeth wurden wir noch einmal geistig gestärkt.

Pilgern hat in der VG Ostritz-Zittau-Löbau offenbar einen hohen Stellenwert. So gibt es z. B. jedes Jahr am Freitag nach Himmelfahrt eine Wallfahrt zu Fuß ins 36 km entfernte Haindorf, ein schönes Zeichen der Verbundenheit, an der wir an diesem Tag auch ein bisschen teilhaben durften.