Wallfahrt nach Philippsdorf / Filipov am 16. September 2017

39 Wallfahrer vom Hirsch und Pillnitz hatten sich gefunden, die Pfarrer Lommatzschs Aufruf gefolgt waren, gemeinsam in den ehemals „schwarzen Schluckenauer  Zipfel“  zu wallfahren. Der war einst erzkatholisches Terrain mit zahlreichen Wallfahrts- und Pilgerstätten. Viele davon sind in den letzten Jahren wieder in einen erfreulichen Zustand gebracht worden, obwohl es die katholische Kirche in Tschechien auch gerade in diesem Gebiet sehr schwer hat. Ein Häuflein Gläubiger ist nur noch geblieben.

Philippsdorf (Filipov) ist eine dieser Pilgerstätten. Hier soll Maria einem armen kranken Mädchen 1866 erschienen sein und es auf wundersame Weise von einer schmerzhaften Krankheit geheilt haben, die es hoffnungslos ans Bett fesselte. Kurz danach entstanden Wallfahrten zu Ehren der hilfreichen Gottesmutter, die Wallfahrtskirche wurde errichtet und Philippsdorf, auch das „böhmische Lourdes“ genannt, wurde einer der beliebtesten Wallfahrtsorte im Schluckenauer Zipfel.

Wir Hubertus-Pilger feierten einen schönen Gottesdienst in der renovierten Kirche. Pfarrer Lommatzsch erzählte in seiner Predigt das asiatische Märchen vom Mann, der vor seinem Schatten zu fliehen suchte und nicht erkannte, dass er dafür nur den Schatten eines Baumes hätte aufsuchen müssen. Statt dessen hetzte er sich zu Tode. Wir können unseren Schatten, den eigenen wie denen in unserem Umfeld, nur entfliehen, wenn wir uns unter den Schirm Gottes stellen.

Nach mittäglicher Stärkung fuhren wir weiter nach Georgenthal (Jiretin), wo wir die Kirche des Ortes besuchten, eine in vormaliger protestantischer Zeit erbaute. Die Protestanten mussten nach der Rekatholisierung das Land verlassen. Auch sieben Brüder machten sich auf den Weg nach Sachsen. Den jüngsten, kranken Bruder schickten die Brüder zurück. Er wurde wundersam geheilt, als er den katholischen Glauben annahm, so die Legende. Am nahen Berg wurde ein Kreuzweg mit wunderbaren Rokoko-Skulpturen errichtet. Ihn zu erklimmen erfordert gute Kondition, aber bis zum Fuß haben wir es geschafft. Zu mehr reichte die Zeit nicht.

Der Schluss unserer Fahrt führte uns nach Schirgiswalde. Hier lauschten wir dem Glockenspiel, das täglich 17 Uhr eine Viertelstunde lang erklingt. Eigentlich für die 750-Jahr-Feier Berlins angefertigt, wollte es niemand haben. Bischof Reinelt nahm sich seiner an und die Schirgiswalder bauten es in ihren Kirchturm ein. Nun erklingt es täglich zur Freude der Besucher.

Ein herzliches Danke aller Teilnehmer gilt Pfarrer Lommatzsch und vor allem Norbert Meyer für die Organisation. Alle waren glücklich über die schöne Gemeinschaft an diesem Tag und das stärkende Miteinander. Möge dieser Geist uns auch in die Zeit der Pfarreineugründung und danach tragen.